“Why It Pays to Be a Jerk – New research confirms what they say about nice guys”

Anekdotisch kann das jeder Mann und jede Frau – wenigstens in jüngeren Jahren – auch auf der Partnersuche bestätigen: die meisten Dates bekommen nicht die „Lieben“ Typen, sondern die „Bad Boys“, wie es Gloria Estefan in ihrem Song „Bad Boy“ auf den Punkt bringt: „Bad bad, bad, bad boy, you make me feel so good“.

Neue Forschungserkenntnisse weisen darauf hin ( The Atlantic ), dass es sich unter Umständen auch für Führungskräfte durchaus lohnen kann, Rücksichtslos zu handeln. So ist zum Beispiel eine Studie der Universität Amsterdam zum Schluss gekommen, dass semi-anstössiges Verhalten eine Person nicht nur mächtiger wirken lässt, aber auch tatsächlich macht. Das gleiche gilt für Vermessenheit – in dem man sich so verhaltet, als wäre man die gescheiteste Person im Zimmer, so wird man dann tatsächlich auch wahrgenommen und man steigert seine Chance die Führung tatsächlich zu übernehmen.

Oder wie es Jeffrey Pfeffer von der Stanford Universität formuliert: „Wir glauben, dass wir Leute möchten, die bescheiden, authentisch und all die Dinge die wir als positiv bewerten als Führungskräfte wollen, aber wir stellen fest, dass all die Dinge die wir negativ bewerten, wie Unbescheidenheit, die besten Indikatoren sind für höhere Saläre und ob man für eine Führungsposition gewählt wird.“

Unsere evolutionären Wurzeln auf der Pirsch lassen nun auch in der Berufswelt herzlich Grüssen!

Manuel Dawson

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Manuel Dawson kommt ursprünglich aus dem Bereich der Molekularen Biophysik, wo er mehrere Artikel zur Elektrontransfer-Theorie des photosynthetischen Apparates von Bakterien mitverfasst hat. Danach verliess er die Wissenschaft und arbeitete mehrere Jahre im internationalen Marketing in der Biomedizin-Industrie, wo er aus erster Hand die ausser Kontrolle geratene Dotcom Blase der späten Neunziger Jahre in den USA erlebte. Dies überzeugte ihn, dass das heutige Wirtschaftssystem einer tiefgreifenden Revision bedarf, die unter anderem auch in den Köpfen von Managern stattfinden muss. In Folge fand er mit Freude zurück zur Universität, wo er sich heute insbesondere für die praktische Anwendung des Stakeholder-Ansatzes interessiert und die PRME (Principles of Responsible Management Education) an der HWZ einführt.

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