Keine Algorithmen für ethische Fragen

In der NZZ las man letzthin:

„Technologische Innovationen wie etwa autonome Autos führen zu komplexen ethischen Konflikten, die bisher implizit, situativ gelöst wurden.

Ein Beispiel: Ein mit fünf Personen besetztes Auto A hat auf einer Küstenstrasse einen Ausfall des Bremssystems. Ihm kommt ein mit einer Person besetztes Auto B entgegen. Ein Zusammenstoss ist unvermeidlich, wenn nicht eines der beiden Fahrzeuge über die Klippe fährt. Bleiben beide Fahrzeuge auf der Strasse, sterben sechs Menschen, fährt A über die Klippe, sterben fünf, fährt B über die Klippe, stirbt eine Person.“

Wie sollte ein solches Dilemma durch einen On-board Computer im Auto gelöst werden? Jegliche Lösungen stellen uns vor neuen Dilemmas, lösen in uns Unbehagen aus, denn es muss im Vorhinein kühl und rationell definiert werden, wer wann zu sterben hätte. Eine solche Entscheidung würde aber unsere „Menschenwürde“ mit den Füssen treten.

Eine Lösung die nicht postuliert wurde, würde sich meines Erachtens dadurch präsentieren, dass wir im Auto einen radioaktiven Zufallsgenerator einbauen würden, der in einer solchen Situation einen mit dem anderen Auto koordinierten Zufallsentscheid treffen würde wer über die Klippe fährt und wer nicht. Dadurch würden wir uns als Menschen wieder diesem ethischen Dilemma entziehen können, ohne dass es auch zu Rechtsprozessen führen müsste. Vielleicht auch nicht ideal, aber wohlmöglich machbar?

Manuel Dawson

Veröffentlicht von

Manuel Dawson kommt ursprünglich aus dem Bereich der Molekularen Biophysik, wo er mehrere Artikel zur Elektrontransfer-Theorie des photosynthetischen Apparates von Bakterien mitverfasst hat. Danach verliess er die Wissenschaft und arbeitete mehrere Jahre im internationalen Marketing in der Biomedizin-Industrie, wo er aus erster Hand die ausser Kontrolle geratene Dotcom Blase der späten Neunziger Jahre in den USA erlebte. Dies überzeugte ihn, dass das heutige Wirtschaftssystem einer tiefgreifenden Revision bedarf, die unter anderem auch in den Köpfen von Managern stattfinden muss. In Folge fand er mit Freude zurück zur Universität, wo er sich heute insbesondere für die praktische Anwendung des Stakeholder-Ansatzes interessiert und die PRME (Principles of Responsible Management Education) an der HWZ einführt.

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