Serie Gipfelikonferenz: IT-Branche – Leadership 3.0

Das neue Jahr hat kaum angefangen und schon hat die HWZ zur nächsten Gipfelikonferenz eingeladen. Gerüchteweise gehören IT-Menschen nicht zu den Frühaufstehern und so freuten wir uns umso mehr über die Teilnahme von Giampiero Beroggi, Prof. Dr. Jacques Bischoff, Rektor HWZ, Stefan Conzelmann, Head HR HP Switzerland, Gert Christen, CEO BlueLion Inkubator, Dr. Paul Eisner, Leiter Informatik, Volkswirtschaftsdirektion des Kanton Zürich, Bruno Ganz, Geschäftsführer der Energie Pool Schweiz AG, Renato Gubser, Leiter Informatik der Lindt & Sprüngli (Schweiz) AG, Norbert Hoffmann, Geschäftsführer der Align IT GmbH, Thomas Marko, Geschäftsführer der BINT GmbH, Hubertus Willeke, Business Development Manager HP (Schweiz) GmbH. 

Wir wollten von unseren Diskussionsteilnehmern wissen:

  • Welche strategischen Herausforderungen gibt es in der IT-Branche?
  • Welche Leadership-Anforderungen müssen im Rahmen dieser strategischen Herausforderungen erfüllt werden?
  • Wie ist der eigene Umgang mit diesen Themen?
Strategische Herausforderung in der IT:

Kaum etwas hat das Leben der Menschen so elementar verändert wie die Entwicklung der IT. Fast jede und jeder besitzt ein mobiles Gerät, auf welchem Apps installiert und wieder gelöscht werden können. Jeder und jede weiss, wie das geht, es ist ganz einfach. Was früher neu und faszinierend war, ist heute Alltag und wird nur noch wahrgenommen, wenn es nicht funktioniert. Dabei fehlt das Verständnis für die Komplexität, die hinter Geschäftsapplikationen steckt. Bei neuen Businessanforderungen wird erwartet, dass diese in kurzer Zeit umgesetzt werden, mit der Begründung: „das kann ja nicht so schwer sein, so eine App zu machen“.

Die IT ist keine spezifische Branche, sondern eine Funktion und damit ein integrierter Bestandteil, quasi eine der Nervenstränge einer Organisation. Es geht nicht mehr nur darum, das Business mittels Automatisierung gewisser Geschäftstätigkeiten zu unterstützen. Neue Businessmodelle zu entwickeln, ohne dass man die IT von Anfang miteinbezieht, ist heute undenkbar. Die Umsetzung hat sich geändert hin zum Prototyping und agilem IT in kleinen schnellen Bewegungsschritten, um sofort reagieren zu können. Die Schnelllebigkeit der globalisierten Welt, der das Business ausgesetzt ist, wird auf die IT übertragen. Es fehlt die Zeit für saubere Spezifikationen und dafür, wie neue Anforderungen in die bestehende Architektur eingefügt werden können. Auf Business-Seite fehlt das Verständnis für die Komplexität einer IT-Architektur und auf der IT-Seite fehlt das Verständnis für das komplexe Geschäftsmodell.

Eine weitere Herausforderung wird der Umgang mit den gesammelten Daten sein. Die Entwicklung zum gläsernen Bürger ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Aus den gesammelten Informationen werden Modelle erstellt, auf Grund derer wir schubladisiert, im schlimmsten Fall aber auch manipuliert werden können. Der ethische Aspekt, wie mit den Daten umgegangen wird, wird die Gesellschaft in den nächsten Jahren beschäftigen. Es geht aber auch um die Frage, wie der Staat mit dem Datenschutz umgeht? Wie gehen die einzelnen Firmen mit zukünftigen Auflagen um?

Leadership-Anforderungen:

Brücken schlagen zwischen Business und IT ist seit eh und je das zentrale Thema. Die Herausforderung liegt darin, die Zusammenarbeit von Business und IT zu organisieren, um einen Wissensverlust über die Prozesse bei zunehmender Vollautomatisierung zu vermeiden. Die IT kann nicht wie eine Box separiert werden, sie ist ein Unternehmensbestandteil wie die Produktion oder die Finanzen. Das Bewusstsein muss geschaffen werden, dass die IT nicht nur aus mobilen Applikationen besteht, die schnell installiert werden können. Es muss im Business die Bereitschaft vorhanden sein, sich in die IT-Welt hinein zu denken; von Seiten der Geschäftsleitung braucht es IT-Kompetenzen, um Mitverantwortung übernehmen zu können und auf Seiten der IT braucht es einen IT-Architekten, der das Business versteht. Eine Firma ist schlagkräftig, wenn sie ihre Kernprozesse kennt und analysiert, was sie brauchen und dies zusammen mit der IT umsetzen kann.

Eigener Umgang mit diesen Themen:

Unsere Diskussionspartner haben uns ein paar Beispiele erzählt, die sie bereits erfolgreich umsetzen:

  • Grosse z.T. etwas schwerfällige Firmen mit kleinen Start-ups zusammenarbeiten lassen und damit einen Kulturwandel auslösen.
  • Bildersprachen schaffen als Architekturgrundlage und damit eine Brücke zwischen IT und Business schaffen.
  • Die Erwartungshaltung vom Business besser abholen, indem man das Management mehr einbindet. Aufzeigen, welche IT-Projekte anstehen, und die entsprechenden Zusammenhänge aufzeigen.

Die Diskussion hat gezeigt, dass sich die Leadership-Herausforderungen nicht auf den IT-Bereich beschränken, sondern die ganze Unternehmung betreffen, insbesondere die Kommunikation und das Verständnis zwischen Business und Informatik-Abteilung.

Gabriella Signer, Sybille Sachs, Matthias Mölleney

Weitere Blogbeiträge zu unseren Gipfelikonferenzen finden Sie hier:

Retailbranche

Gesundheitsbranche

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